UPDATE · 16.10.2026: Zwei Tage nach dem kompletten Tight-End-Reset haben die Nightflyers erneut reagiert. Hunter Henry wurde entlassen, Colston Loveland kehrt zurück. Die Franchise setzt damit bewusst auf Upside statt kurzfristigen Floor. Zur neuen Entwicklung →

Fünf Wochen Geduld. Fünf Wochen Analyse. Und am Ende eine Entscheidung ohne Halbheiten.

OTHFRESEN, 14. Oktober 2026 – Die Nightflyers haben am Mittwochmorgen ihren kompletten Tight-End-Room neu aufgestellt. Colston Loveland und Kenyon Sadiq wurden entlassen. Im Gegenzug sicherte sich die Franchise über den Waiver Wire Hunter Henry von den New England Patriots und Brenton Strange von den Jacksonville Jaguars.

Damit ziehen die Nightflyers die bislang deutlichste personelle Konsequenz aus einem Saisonstart, bei dem eine Position zunehmend zu einer Belastung für das gesamte Lineup geworden ist.

TE-Slot8,70 Punkte
in 5 Wochen
Record1–4
OutSadiq
Loveland
InHenry
Strange

8,7 Punkte in fünf Wochen

Die Zahlen lassen wenig Raum für Beschönigungen.

Die Produktion des Nightflyers-TE-Slots in den ersten fünf Wochen:

0,00 · 1,30 · 7,10 · 0,00 · 0,30

Das sind zusammen gerade einmal 8,70 PPR-Punkte in fünf Spielen.

Zum Vergleich: Kicker Spencer Shrader erzielte allein in Week 5 gegen die Saltcity Reapers 21,00 Punkte – mehr als doppelt so viele wie sämtliche gestarteten Nightflyers-Tight-Ends zusammen in der kompletten bisherigen Saison.

Spätestens nach der 110,04:137,20-Niederlage gegen Saltcity war die Situation nicht mehr zu ignorieren. Sadiq stand erneut in der Starting Lineup und kam auf 0,30 Punkte. Loveland saß auf der Bank und erzielte dort 3,90.

Es war nicht das erste Mal, dass die Organisation auf der Position reagierte. Bereits nach Week 2 hatten die Nightflyers Pat Freiermuth abgegeben und Kenyon Sadiq verpflichtet. Der erhoffte dauerhafte Turnaround blieb aus.

Nun folgt der komplette Neustart.

„Wir mussten aufhören, nur auf Besserung zu hoffen“

Auf der Postgame-Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Saltcity hatte der Nightflyers-Coach bereits angedeutet, dass die Franchise sämtliche Optionen prüfen werde.

„Nach einem solchen Spiel musst du die Situationen ehrlich analysieren. Nicht nur das Ergebnis, sondern jede Position, jede Rolle und jede Entscheidung. Dann musst du feststellen, wo wir besser werden können, welche Möglichkeiten verfügbar sind und anschließend die geeigneten Maßnahmen treffen.“

Zwei Tage später ist klar, was damit gemeint war.

„Wir haben fünf Wochen Daten. Irgendwann reicht es nicht mehr zu sagen, dass sich etwas entwickeln könnte. Wir stehen 1–4 und unsere Fehlertoleranz ist praktisch aufgebraucht. Wenn wir Möglichkeiten sehen, unser Team besser zu machen, dann müssen wir handeln.“

Dabei sei die Entscheidung ausdrücklich keine Abrechnung mit einzelnen Spielern.

„Colston und Kenyon sind talentierte Footballspieler. Aber wir bewerten unsere Situation als Fantasy-Franchise. Wir brauchen auf dieser Position jetzt einen anderen Floor, eine andere Rolle und vor allem verlässlichere Möglichkeiten auf Targets. Wir konnten nicht einfach weitermachen und hoffen, dass sich das Problem von alleine löst.“

Hunter Henry: Erfahrung und Red-Zone-Potenzial

Mit Hunter Henry kommt zunächst genau das Gegenteil eines Entwicklungsprojekts nach Othfresen.

Der 31-jährige Tight End der New England Patriots befindet sich bereits in seiner elften NFL-Saison und hat sich über Jahre als zuverlässige Anspielstation etabliert.

Nach fünf Spielen der Saison 2026 steht Henry bei 15 Receptions für 177 Yards und einem Touchdown. Besonders seine Entwicklung in den vergangenen beiden Wochen dürfte für die Nightflyers interessant sein: 106 Receiving Yards und ein Touchdown in diesem Zeitraum. In Week 5 gegen Las Vegas fing er drei Pässe für 44 Yards und einen Touchdown.

Henry wird nicht als spektakulärer Lottery Ticket verpflichtet. Der Gedanke hinter diesem Move ist ein anderer: Stabilität.

New Englands Offense um Drake Maye hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen, und Henry besitzt sowohl Erfahrung als auch eine Rolle in der Nähe der Endzone.

Für einen Nightflyers-TE-Slot, der bislang durchschnittlich nicht einmal zwei Punkte pro Spiel produziert hat, wäre bereits ein verlässlicher wöchentlicher Floor eine massive Verbesserung.

Brenton Strange: Der aggressive Teil des Umbaus

Der zweite Neuzugang bringt ein anderes Profil mit.

Brenton Strange befindet sich in seiner vierten NFL-Saison und hat sich in Jacksonville zunehmend zu einem echten Bestandteil der Passing Offense entwickelt.

Nach fünf Spielen steht Strange bei 21 Receptions, 235 Yards und einem Touchdown. Vor allem die vergangenen beiden Wochen fallen auf: sieben Catches für 95 Yards in Week 4, anschließend erneut sieben Receptions für 68 Yards gegen Philadelphia.

Damit hat Strange in den vergangenen beiden Partien 14 Bälle für 163 Yards gefangen.

Genau dieses Target-Profil dürfte den Nightflyers gefallen.

Während Henry den erfahrenen, kalkulierbareren Teil der neuen Lösung darstellt, bringt Strange das interessantere Wachstumspotenzial mit. Jacksonville bindet ihn aktuell deutlich stärker in das Passing Game ein – und anders als bei den bisherigen Nightflyers-Tight-Ends muss seine Fantasy-Relevanz momentan nicht ausschließlich aus einem möglichen Touchdown entstehen.

Kein Starter wurde garantiert

Wer in Week 6 tatsächlich den ersten Snap für die Nightflyers bekommt, ließ der Coach zunächst offen.

„Wir haben keinen Spieler verpflichtet, um ihm am Mittwoch einen Stammplatz zu versprechen. Beide bekommen die Möglichkeit, sich diese Rolle zu verdienen. Wir werden Matchup, Usage, Targets und die Entwicklung während der Woche bewerten. Entscheidend ist, dass wir jetzt zwei Alternativen haben, denen wir eine sinnvolle Rolle zutrauen.“

Es ist damit ausdrücklich kein einfacher Austausch von TE1 und TE2.

Es ist ein Reset der gesamten Positionsgruppe.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall

Die Nightflyers stehen nach fünf Wochen bei 1–4.

Auf den ersten Blick ist das eine Bilanz, die wenig Spielraum bietet. Der Blick auf die Unterdorf Conference erzählt allerdings eine etwas andere Geschichte.

Mit 600,60 Points For haben die Nightflyers weiterhin mehr Punkte erzielt als Max Power und die King Cobras – beide stehen in der Tabelle vor ihnen. Der dritte und damit letzte Playoff-Platz ist trotz des Fehlstarts nur einen Sieg entfernt.

Die Saison ist also nicht verloren.

Aber die Phase, in der Schwachstellen einfach mitgeschleppt werden können, ist vorbei.

Bijan Robinson und Christian McCaffrey bilden weiterhin das Fundament des Teams. Dak Prescott soll Stabilität auf Quarterback bringen, während Zay Flowers, Jaylen Waddle, Rashee Rice und die übrige Receiver-Gruppe genügend Potenzial besitzt, um Spiele zu entscheiden.

Die Tight-End-Position war die offensichtliche Ausnahme.

Seit Mittwochmorgen gilt das Argument nicht mehr.

Ein deutliches Signal

Zwei Spieler entlassen. Zwei neue Spieler verpflichtet. Eine komplette Positionsgruppe innerhalb weniger Minuten ausgetauscht.

Für eine Franchise, die normalerweise langfristige Entwicklung und Geduld predigt, ist das ein ungewöhnlich drastischer Schritt.

Vielleicht ist genau das die Botschaft.

„Geduld bedeutet nicht, nichts zu tun. Geduld bedeutet, Entwicklungen genug Zeit zu geben, damit man eine fundierte Entscheidung treffen kann. Diese fünf Wochen haben uns genügend Informationen gegeben. Jetzt haben wir gehandelt.“

Die Nightflyers gehen mit Hunter Henry und Brenton Strange in Week 6.

Nach 8,70 Punkten aus dem Tight-End-Slot in fünf Wochen ist die Zielsetzung zunächst erstaunlich einfach:

Die Position soll endlich wieder Teil der Lösung sein.